Am 14. Oktober 2025 hat die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA (European Securities and Markets Authority) ihre Prüfungsschwerpunkte für die kommende Prüfungssaison 2026…
Am 13. Oktober 2026 hat die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA (European Securities and Markets Authority) ihre Prüfungsschwerpunkte für die kommende Prüfungssaison 2027 veröffentlicht. Diese wurden gemeinsam mit den nationalen Aufsichtsbehörden festgelegt und sind bei der Erstellung und Prüfung der IFRS-Abschlüsse für das Geschäftsjahr 2026 von kapitalmarktorientierten Unternehmen besonders zu berücksichtigen.
Als Prüfungsschwerpunkte für die IFRS-Abschlüsse nennt die ESMA erneut geopolitische Risiken und Unsicherheiten. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Angaben zu Liquiditätsrisiken und deren Steuerung sowie die angemessene Berücksichtigung bestehender Unsicherheiten bei der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Darüber hinaus weist die ESMA auf mögliche Auswirkungen geopolitischer Entwicklungen auf die Bilanzierung von zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und aufgegebenen Geschäftsbereichen nach IFRS 5 hin.
Einen weiteren Schwerpunkt legt die ESMA auf Restrukturierungsrückstellungen und die Restrukturierung von Schulden. Dabei sind insbesondere die Ansatz- und Bewertungsvorschriften des IAS 37 sowie die Anforderungen des IFRS 9 bei Änderungen bestehender Finanzierungsvereinbarungen zu beachten. Im Hinblick auf Letztere hebt die ESMA insbesondere die Beurteilung der Wesentlichkeit der Vertragsänderungen und deren mögliche Auswirkungen auf die Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten hervor. Zudem betont sie die Bedeutung unternehmensspezifischer Anhangangaben.
Im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung bleibt die doppelte Wesentlichkeitsanalyse ein Prüfungsschwerpunkt. Im Fokus stehen dabei die ausgewogene Beurteilung positiver und negativer Auswirkungen sowie transparente, unternehmensspezifische Angaben zur Ermittlung und Beurteilung wesentlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs). Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Konsistenz und Verknüpfung der Nachhaltigkeitsangaben, insbesondere der wesentlichen IROs mit den zugehörigen Konzepten, Maßnahmen, Zielen und Kennzahlen.
Bei der Prüfung der Jahresfinanzberichte 2026, die im ESEF-Format eingereicht werden, achten die ESMA und die nationalen Aufsichtsbehörden insbesondere auf häufig auftretende Fehler bei der elektronischen Auszeichnung der Eigenkapitalveränderungsrechnung.
Ergänzend weist die ESMA auf die verpflichtende Erstanwendung von IFRS 18 für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2027 beginnen, sowie auf die bereits im Abschluss 2026 erforderlichen Angaben zu den erwarteten Auswirkungen hin.