Steuerdeklaration

Zur Erfüllung der allgemeinen Steuerpflichten stehen WP/vBP seit vielen Jahren Softwarelösungen zur Verfügung. Wesentliche Funktionen dieser Lösungen sind unter anderem die Steuerberechnung, die Steuerfindung bei der Umsatzsteuer, das Erkennen von Umsatzsteuerrisiken vor Abgabe der Voranmeldung, die Dokumentation von Verrechnungspreisen sowie das Country-by-Country Reporting (CbCR). Es ist davon auszugehen, dass eine Software für die Steuerdeklaration bereits in jeder Praxis eingesetzt wird.

In den Softwarelösungen zur Steuerdeklaration sind immer häufiger Expertensysteme zu finden, welche auf Grundlage Ihrer Wissensdatenbank bei der steuerlichen Entscheidungsfindung unterstützen können.


Steuerplanung

Softwarelösungen zur Steuerplanung ermöglichen unter anderem eine unterjährige Prognose des Effektivsteuersatzes und der Steuerlast, aber auch eine Ermittlung der nicht abzugsfähigen Betriebsausgaben sowie eine Einschätzung von Steuerrisiken.

Der Einsatz von Lösungen zur Steuerplanung erfordert den zeitnahen Zugriff auf die Buchhaltungsdaten der Mandanten.  Eine softwareunterstützte Steuerplanung bietet sich daher insbesondere für WP/vBP-Praxen an, welche die Buchhaltung Ihrer Mandanten übernehmen.


Elektronische Steuererklärung

Seit dem Veranlagungszeitraum 2017 sind Unternehmenssteuererklärungen (z.B. USt, GewSt, KSt) authentifiziert elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln. Auch für Einkommensteuererklärungen, welche von Berufsangehörigen erstellt werden, ist seit dem VAZ 2017 allein die authentifizierte elektronische Übermittlung zulässig. Aus der elektronischen Übermittlung von Steuererklärungen ergeben sich für den Steuerpflichtigen und die Finanzverwaltung mehrere Vorteile:

  • Vor der Datenübermittlung erfolgt eine Prüfung auf formale Richtigkeit. Dies soll die Anzahl der Rückfragen des Finanzamts verringern.
  • Die automatische Datenübernahme vermeidet Erfassungsfehler im Finanzamt.
  • Bei Einkommensteuererklärungen sind Belege nur auf Anforderung des Finanzamts einzureichen (Belegvorhaltepflicht)
  • Den Finanzbehörden vorliegende Werte für die Einkommensteuererklärung können abgerufen werden (Vorausgefüllte Steuererklärung). Diese Werte umfassen z.B. Lohnsteuer- und Sozialversicherungsdaten. Falsch übermittelte Werte können so zeitnah erkannt und korrigiert werden.
  • Es besteht die Möglichkeit der Bescheiddatenabholung. Hierdurch kann eine automatische Bescheidprüfung erfolgen, indem die Bescheiddaten mit den erklärten Daten abgeglichen werden. Die meisten Softwarelösungen unterstützen diese Möglichkeiten.

Weiterführende Informationen sind unter www.elster.de oder www.esteuer.de erhältlich.


Elektronischer Einspruch

Seit 2015 ist es möglich, den Einspruch gegen einen Verwaltungsakt über ELSTER elektronisch einzulegen. Hierbei besteht zusätzlich die Möglichkeit, die Aussetzung der Vollziehung gemäß § 361 AO zu beantragen. Anders als beim Postversand muss beim elektronischen Versand der Postweg für die Fristwahrung nicht berücksichtigt werden.

Das elektronische Einlegen eines Einspruchs ist zwar auch per Fax oder E-Mail möglich, bei Verwendung von ELSTER erhält man jedoch eine Eingangsbestätigung und hat somit einen Nachweis für den fristgerechten Eingang.

Ein elektronischer Einspruch kann nach Anmeldung über das ELSTER-Portal eingelegt werden. Verschiedene Softwareanbieter haben die Funktion in ihre Anwendungen bereits integriert.


Digitale Außenprüfung

Die Möglichkeit der Softwareunterstützung bei einer steuerlichen Außenprüfung wurde im Jahr 2003 durch die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU) ermöglicht und ist inzwischen ein etabliertes Verfahren. Den Betriebsprüfern werden dabei über eine standardisierte Schnittstelle steuerlich relevante Daten für Datenanalysen zur Verfügung gestellt.

Auch WP/vBP steht die GDPdU-Schnittstelle - jetzt Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD-Schnittstellen) - zur Datenbeschaffung zur Verfügung. Mit diesen Daten besteht die Möglichkeit zur Simulation einer Betriebsprüfung. Es existieren Softwarelösungen am Markt, in welchen bereits Standardanalysen für die GoBD-Daten eingerichtet sind. Mögliche Auffälligkeiten können so vor Beginn der Außenprüfung entdeckt und mit dem Mandanten erörtert werden.


Vollmachtsdatenbank

Unter „Vollmachtsdatenbank“ wird ein elektronisches Verzeichnis verstanden, in welchem die von den Mandanten erteilte Vollmacht zur Vertretung in Steuersachen (§ 80 Abs. 1 AO) sowie die Bekanntgabevollmacht (§ 122 Absatz 1 Satz 3 und 4 AO) verwaltet und dem zuständigen Finanzamt mitgeteilt werden. Je nach Umfang der Vollmachten hat der WP/vBP hierüber die Möglichkeit

  • zum elektronischen Empfang von Steuerbescheiddaten,
  • zur elektronischen Abfrage der Mandantendaten im Rahmen der Vorausgefüllten Steuererklärung (VaSt) sowie
  • zur Steuerkontoabfrage.

Die WPK ermöglicht ihren Mitgliedern die Nutzung der Vollmachtsdatenbank. Weitere Informationen erhalten Sie unter unserer Rubrik Vollmachtsdatenbank.


E-Bilanz

Mit dem Steuerbürokratieabbaugesetz (SteuBAG) ist 2013 die Verpflichtung entstanden, Unternehmenssteuerbilanzen in elektronischer Form als XBRL-Datensatz nach einer von der Finanzverwaltung aufgestellten Taxonomie an das zuständige Finanzamt zu übermitteln. Hierdurch sollen Fehlübertragungen zwischen der Papierform und den gespeicherten Daten vermieden, Prozesse effizienter gestaltet und umfassende Datenauswertungsmöglichkeiten seitens der Finanzverwaltung geschaffen werden. Der Umfang der zu übermittelnden Unterlagen ist dabei stetig gewachsen. Seit 2017 muss der Anlagenspiegel mit übermittelt werden. Ab 2019 ist die Übermittlung des Berichtsteils „Steuerlicher Betriebsvermögensvergleich“ für E-Bilanz verpflichtend.

WP/vBP-Praxen können ihre Mandanten bei der Erstellung und dem Versand der E-Bilanz unterstützen. Neben den Kenntnissen über die notwendigen steuerlichen Anpassungsbuchungen kann so auch sichergestellt werden, dass die Werte in der E-Bilanz und den betrieblichen Steuererklärungen übereinstimmen.

Weitere Informationen stellt die Internetseite www.esteuer.de zur Verfügung. Dort ist auch eine Anbieterübersicht der Software-Produkte enthalten, welche die E-Bilanz unterstützen.