Entwicklungstendenzen

Eine einheitliche Definition von „Digitalisierung“ existiert nicht. So kann die Umwandlung analoger Werte in digitale (elektronische) Formate genauso darunter erfasst werden, wie die Automatisierung analoger Prozesse.

Der Digitalisierungskompass in der vorliegenden Fassung befasst sich in erster Linie mit der Automatisierung analoger Prozesse und Aktivitäten in der WP/vBP-Praxis.

Spezielle Themen, wie bspw. Massendatenanalyse (Big Data / Data Analytics) und Cloud-Lösungen, werden ebenfalls adressiert, da sie für eine breite Masse an Abschlussprüfungen bereits heute Relevanz haben können und Softwareanbieter bereits entsprechende Lösungen und Produkte anbieten. Eine tiefergehende Analyse würde über den Rahmen dieses Digitalisierungskompasses hinausgehen.

Themen wie Künstliche Intelligenz (KI) und Blockchain haben nach derzeitigem Kenntnisstand tendenziell noch wenig Bedeutung für die breite Masse an Abschlussprüfungen und daher auch für den vorliegenden Kompass. Die an der Softwareübersicht beteiligten IT-Anbieter stellen hierfür gegenwärtig nur vereinzelt Produkte für Abschlussprüfer am Markt zur Verfügung.


Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie

Jede WP/vBP-Praxis steht vor der Notwendigkeit, sich intensiv und systematisch mit der digitalen Entwicklung auseinanderzusetzen. Dazu bietet sich in einem ersten Schritt die Entwicklung einer „Digitalisierungsstrategie“ für die eigene Praxis an:

Bestandsaufnahme
Wo steht meine WP/vBP-Praxis heute bei der Digitalisierung?

Zielbestimmung
Welchen Digitalisierungsgrad will ich erreichen?

Maßnahmen
Wie soll der angestrebte Digitalisierungsgrad erreicht werden?

Die Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie wird erleichtert, wenn die Prozesse in der WP/vBP-Praxis strukturiert und dokumentiert sind und von den Mitarbeitern eingehalten werden.

Eine Digitalisierungsstrategie sollte auf den folgenden vier Säulen aufgebaut werden. Die je Säule hervorgehobenen Digitalisierungsmöglichkeiten werden in diesem Digitalisierungskompass ausführlicher dargestellt:

Interne Organisation   Dienstleistungen   IT-Struktur   Datenbasis

Prozesse werden an die Anforderungen der Digitalisierung angepasst

 

Die erbrachten Leistungen werden digitalisiert

 

Die IT-Infrastruktur wird performant

 

Die Datenqualität wird verbessert

In diesem Zusammenhang können folgende Überlegungen als Orientierungshilfen dienen: 

  1. Wie sieht mein Leistungs- und Mandantenportfolio aus?
  2. Welche Erwartungen und Anforderungen stellen meine Mandanten?
  3. Welche Softwareprodukte und -lösungen gibt es derzeit am Markt und welche Entwicklungstendenzen zeichnen sich ab?
  4. Welche Relevanz haben die Produkte und Entwicklungen für meine WP/vBP-Praxis?
  5. Wie kann ich die einzelnen IT-Produkte und -Lösungen vergleichen und beurteilen?
  6. Welche Auswirkungen ergeben sich auf Arbeitsabläufe und Prozesse durch die Einführung von IT-Produkten in der WP/vBP-Praxis?
  7. Wie stehen Kosten und Nutzen (einmalig und laufend) im Verhältnis?

Bei den Punkten 3. bis 6. kann Sie der Digitalisierungskompass unterstützen.

Es empfiehlt sich, die eigene digitale Strategie regelmäßig zu überprüfen.