WPK
11. November 2020

Pressemitteilung:
Anteil der von Wirtschaftsprüfern erbrachten Prüfungsleistungen nimmt zu

Wirtschaftsprüferkammer legt Untersuchung zur Entwicklung der Prüferhonorare bei kapitalmarktorientierten Unternehmen vor

Beratungsleistungen haben nur noch untergeordnete Bedeutung – Die Analyse des deutschen Wirtschaftsprüfermarktes für das Jahr 2019 der Wirtschaftsprüferkammer (WPK) zeigt, dass der Anteil der Abschlussprüfungsleistungen an den bei kapitalmarktorientierten Unternehmen erzielten Gesamthonoraren in den Jahren 2017 bis 2019 zugenommen hat.

Die Gesamthonorare der Wirtschaftsprüferpraxen, die kapitalmarktorientierte Unternehmen im Sinne des § 264d Handelsgesetzbuch (HGB) prüften, betrug 2019 circa 781 Mio. Euro. Davon entfielen auf Abschlussprüfungsleistungen etwa 585 Mio. Euro. Damit stellten im Berichtsjahr 2019 durchschnittlich 74,9 % (2018: 70,9 %; 2017: 62,4 %) der Gesamthonorare Honorare für Abschlussprüfungsleistungen dar. Der Vergleich zu den Vorjahren dokumentiert die Entwicklung, dass zunehmend mehr Prüfungsleistungen in dem untersuchten Bereich erbracht werden.

Darüber hinaus ist eine stetig steigende Zahl der im Berufsregister der WPK eingetragenen Netzwerke und der ihnen angeschlossenen Wirtschaftsprüferpraxen zu verzeichnen. Ende 2019 waren 845 Wirtschaftsprüferpraxen (2018: 822, 2017: 803) in 446 Netzwerken (2018: 424, 2017: 411) registriert.

Außerdem erläutert die Analyse, dass insgesamt 430 Wirtschaftsprüferpraxen Abschlüsse von 2.626 dem Kapitalmarkt nahestehenden Unternehmen prüften. 68 dieser Praxen haben Abschlussprüfungen bei 1.012 Unternehmen von öffentlichem Interesse im Sinne des § 319a HGB durchgeführt.

Weitere Untersuchungsergebnisse:

  • Zwischen 2018 und 2019 hat die WPK 44 Prüferwechsel bei kapitalmarktorientierten Unternehmen festgestellt. Davon blieb in 20 Fällen das jeweilige Prüfungsmandat innerhalb der Gruppe der „Big Four“-Gesellschaften Deloitte, Ernst & Young, KPMG und PricewaterhouseCoopers. Fünf Mandate blieben innerhalb der Gruppe von Gesellschaften mittlerer Größe und drei Prüfungen innerhalb der Gruppe kleiner Praxen. Neun Abschlussprüfungsmandate haben von einer größeren hin zu einer kleineren Gesellschaft rotiert. Bei sieben Fällen fand eine Rotation in die umgekehrte Richtung statt. Die Prüfungen wechselten also in beide Richtungen.
  • Die Zahl der kapitalmarktorientierten Unternehmen im Sinne von § 264d HGB ist nicht weiter rückläufig.
  • Bei Abschlussprüfungen kapitalmarktorientierter Unternehmen verteilten sich 95,4 % der Honorare für Abschlussprüfungsleistungen auf die vier größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.
  • Die Bereitschaft zur Registrierung als gesetzlicher Abschlussprüfer und damit die Teilnahme am Qualitätskontrollverfahren nimmt mit der Größe der WP-Praxis zu, auch wenn die Anzahl der als Abschlussprüfer registrierten WP-Praxen zurückgegangen ist.

Die Analyse der WPK bietet Einblicke in die aktuelle Struktur des Wirtschaftsprüfungsmarktes in Deutschland. Grundlage bilden Daten aus dem Berufsregister, die in dieser Form exklusiv der WPK vorliegen. Sie werden um weitere empirisch ermittelte Daten ergänzt. Als Quellen dienen dabei die Veröffentlichungen im Bundesanzeiger, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht bereit gestellten Unternehmenslisten sowie die Transparenzberichte der Prüfer der Unternehmen von öffentlichem Interesse.

Betrachtet werden die Größenstrukturen von Wirtschaftsprüfungspraxen und die Mandatsverteilungen bei Abschlussprüfungen von Unternehmen, die dem Kapitalmarkt nahestehen. Außerdem werden Entwicklung und Struktur der Abschlussprüferhonorare und der Umsatzerlöse bei Abschlussprüfern der Unternehmen von öffentlichem Interesse nach § 319a HGB analysiert. Methodisch wird auf nachweislich im Jahr 2019 beendete Abschlussprüfungen sowie auf die in den Transparenzberichten enthaltenen Finanzinformationen abgestellt.

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