WPK
13. Dezember 2018

Herbstsitzung des Beirates der WPK

Am 11. Dezember 2018 fand die erste ordentliche Sitzung des neu gewählten Beirates der WPK statt.

Bericht des Vorstandes

Präsident Gerhard Ziegler unterrichtete den Beirat über die drei seit der konstituierenden Beiratssitzung erfolgten Vorstandssitzungen. Er betonte, dass alle Sitzungen von einer kollegialen Atmosphäre und einem konstruktiven Dialog getragen waren.

Zunächst rief Ziegler die zehn Ziele des Vorstandes für die Amtszeit 2018 bis 2022 in Erinnerung und zeigte auf, was der Vorstand bereits zu deren Umsetzung getan hat. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang insbesondere die Einrichtung eines Vorstandsausschusses „Evaluierung der Umsetzung der EU-Regulierung“, der noch im Dezember 2018 seine Arbeit aufnehmen wird. Außerdem konstituierte sich am 7. Dezember 2018 der Vorstandsausschuss „Zusammenführung der Prüferberufe“. Ziegler verwies darauf, dass der Vorstand zur Umsetzung seiner Ziele noch einige Aufgaben vor sich habe.

Darüber hinaus ging Präsident Ziegler auf diverse europäische Initiativen ein. Mit Blick auf das EU-Dienstleistungspaket machte er darauf aufmerksam, dass die elektronische Dienstleistungskarte bereits seit mehreren Monaten „auf Eis“ liege und auch das Notifizierungsverfahren derzeit sehr umstritten sei. Als bislang einziger Bestandteil des Dienstleistungspakets angenommen wurde die Verhältnismäßigkeitsprüfung, die nun vor der Umsetzung durch die Mitgliedstaaten stehe.

Kritisch positionierte Ziegler sich zur Anzeigepflicht für sogenannte Intermediäre, zu denen auch WP/vBP gehören können, hinsichtlich „aggressiver“ grenzüberschreitender Steuergestaltungsmodelle. Die Umsetzungsfrist hierfür ende 2019. Derzeit sei allerdings noch unklar, wie dieses europäische Vorhaben auf mitgliedstaatlicher Ebene umgesetzt werde. So stehe in Deutschland möglicherweise auch eine Meldepflicht für deutsche Steuergestaltungsmodelle an. Ziegler machte deutlich, dass der Vorstand dieses Thema eng begleite.

Durch die Modularisierung des Wirtschaftsprüfungsexamens soll der Zugang zum Beruf des Wirtschaftsprüfers zeitgemäß angepasst werden. Der Referentenentwurf des BMWi für eine Änderung der Prüfungsverordnung liege seit Ende Oktober vor. Hierzu habe die WPK am 16. November 2018 Stellung genommen. Zum Inhalt erläuterte Ziegler, dass sich die Prüfung entsprechend der vier Prüfungsgebiete

  • wirtschaftliches Prüfungswesen, Unternehmensbewertung und Berufsrecht,
  • angewandte Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre,
  • Wirtschaftsrecht und
  • Steuerrecht

in vier Module gliedern werde. Die jedes Modul abschließenden Prüfungen werden jeweils aus einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung bestehen, die in einem Zeitrahmen von sechs Jahren auf mehrere Prüfungstermine verteilt werden können. Erster modularisierter Prüfungstermin soll der Termin II/2019 sein. Auch Examenskandidaten, die nach altem Recht eine Ergänzungsprüfung machen müssen, sollen auf Antrag in die Modularisierung wechseln können. Er hoffe, dass die Verordnung noch bis Jahresende erlassen werde.

Neues berichtete Ziegler auch zum Ausbildungsberuf „Fachwirt für Prüfungswesen (WPK)“. Hier gebe es aufwendige formale Vorgaben, insbesondere die Einrichtung eines sogenannten Berufsbildungsausschusses, der sich aus Vertretern von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Lehrkräften zusammensetze. Ende Oktober 2018 habe das BMWi die Mitglieder dieses Ausschusses für die Zeit vom 1. November 2018 bis 31. Oktober 2022 berufen. Konstituieren werde er sich am 8. Januar 2019.

Anschließend wies Ziegler auf die verschiedenen WPK-Services hin. So beantworte die WPK als Konsultationsstelle für ihre Mitglieder nahezu 3.000 Anfragen jährlich. Neben der Stellen- und der Praktikumsbörse gebe es mittlerweile auch eine Praxisbörse im Internet. Der Präsident hob außerdem das Projekt „Digitalisierungskompass der WPK“ hervor. Dieser solle insbesondere kleinen und mittleren Praxen, die sich bislang noch nicht umfassend mit der Digitalisierung auseinandergesetzt haben, den Einstieg in das Thema erleichtern und sie bei ihrer eigenen Digitalisierung unterstützen. Zum Digitalisierungskompass sei im Rahmen der nächsten Kammerversammlung auch ein Workshop vorgesehen. Außerdem sei für das kommende Jahr ein neues Format zur Nachfolgeplanung geplant. Die Förderung der Kommunikation mit den Mitgliedern soll zeitnah durch neue, interaktive Elemente auf der Homepage der WPK gefördert werden.

Abschließend verwies Präsident Ziegler auf die Kammerversammlung am 10. Mai 2019 und das Get-together am Vorabend der Versammlung.

Weitere Beratungsthemen

Der Beirat beschloss einstimmig die Änderung der Gebührenordnung der WPK. Auf Vorschlag des Vorstandes hat er die bislang pauschal und unabhängig vom Umfang der jeweiligen Prüfung erhobene Prüfungsgebühr von 3.000 Euro durch eine klausurbezogene Prüfungsgebühr in Höhe von 500 Euro ersetzt. Dies gilt unabhängig davon, ob die geplante Modularisierung des Wirtschaftsprüfungsexamens bereits im Prüfungstermin II/2019 oder erst später zum Tragen kommen wird. Die Änderung wird auch für die verkürzte Prüfung zum Wirtschaftsprüfer für vereidigte Buchprüfer nach § 13a WPO gelten. Darüber hinaus hat der Beirat die Streichung der Kopiergebühr beschlossen.

Ausführlich beraten und im Ergebnis einstimmig festgestellt wurde der Wirtschaftsplan 2019 der WPK. Dieser wird auf der Internetseite der WPK bekannt gemacht und als Beilage zum WPK Magazin 4/2018 veröffentlicht.

Durch den einstimmigen Beschluss einer Anhörung zur Änderung des § 12 Satzung der WPK soll der Weg dafür geebnet werden, diese Norm, die grundsätzliche Regelungen zu den Ehrenämtern in der WPK trifft, an das Abschlussprüferaufsichtsreformgesetz (APAReG) anzupassen.

Der Beirat stimmte dem Vorschlag des Vorstandes zur Ernennung der Landespräsidenten für die Amtszeit 2019 bis 2022 zu. Die Ämter sind am 1. Januar 2019 wie folgt besetzt:

Baden-Württemberg
WP/StB Gerhard Ziegler, Stuttgart

Bayern
WP/StB Michael Gschrei, München

Berlin
WPin/StBin Katrin Fischer, Berlin

Brandenburg
WP/StB Christian F. Rindfleisch, Potsdam

Bremen
WP/StB Gerd-Markus Lohmann, Bremen

Hamburg
WP/StB Udo Bensing, Hamburg

Hessen
WP/StB Harald Gallus, Frankfurt

Mecklenburg-Vorpommern
WP/StB Dr. Marc Toebe, Rostock

Niedersachsen
WP/StB Prof. Dr. Hans-Michael Korth, Hannover

Nordrhein-Westfalen
WP/StB Dr. Marian Ellerich, Duisburg

Rheinland-Pfalz
WP/StB Hansgünter Oberrecht, Koblenz

Saarland
WP/StB Prof. Christoph Hell, Saarbrücken

Sachsen
WP/StB Regina Vieler, Chemnitz

Sachsen-Anhalt
WP/StB Reinhard Wilbig, Sülzetal

Schleswig-Holstein
WP/StB Detlef Mohr, Kiel

Thüringen
WPin/StBin Annett Linke, Gera

Der Beirat vergrößerte die Kommission für Qualitätskontrolle entsprechend den Vorschlägen des Vorstandes von 13 auf insgesamt 15 Mitglieder. Der Beirat wählte – ebenso einstimmig – WP/StB Dr. Mark Peter Hacker, Dr. Hacker & Partner PartGmbB WPG StBG, Stuttgart, und WP/StB Wolfgang Baumeister, RF Treuhand GmbH WPG, Landau, in die Kommission.

Der gemeinsame Ausschuss „Berufsexamen“ war aufgrund des Verzichts von WP/StB/RA Holger Friebel auf die Mitgliedschaft nachzubesetzen. An seiner statt wurde WP/StB Dr. Peter Zimmermann in den Ausschuss gewählt.

Dr. Ellerich kündigte die nächsten Sitzungen des Beirates für den 27. Juni und den 4. Dezember 2019 an.

km
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