WPK
31. März 2017

Bericht über die Sitzung der Kommission für Qualitätskontrolle am 7. März 2017

Die Kommission für Qualitätskontrolle informiert über ihre Tätigkeit. Im Folgenden sind Information zu den wichtigsten Beratungsergebnissen aus der Sitzung am 7. März 2017 zusammengefasst.

Tätigkeitsbericht für 2016

Die Kommission für Qualitätskontrolle hat ihren Tätigkeitsbericht 2016 abschließend beraten.

Im Jahr 2016 wertete die Kommission für Qualitätskontrolle insgesamt 402 Qualitätskontrollberichte aus (Vorjahr: 403) und beschloss nach 34 Qualitätskontrollen (rund 8 %, Vorjahr: 14 %) Maßnahmen (Auflage, Sonderprüfung und Löschung als Abschlussprüfer aus dem Berufsregister). Für 2017 wird mit rund 1.100 durchzuführenden Qualitätskontrollen gerechnet.

Praxen sind seit dem 17. Juni 2016 verpflichtet, der WPK die Bestellung als gesetzlicher Abschlussprüfer spätestens zwei Wochen nach Annahme des Prüfungsauftrages anzuzeigen, sofern sie noch nicht im Berufsregister als gesetzlicher Abschlussprüfer nach § 316 HGB eingetragen sind. Die Anzeige kann bereits erfolgen, wenn die konkrete Absicht besteht, gesetzliche Abschlussprüfungen nach § 316 HGB durchführen zu wollen.

Nach der Eintragung erhalten die Praxen einen Auszug aus dem Berufsregister über die Eintragung. Der Auszug muss dem Abschlussprüfer spätestens sechs Wochen nach Annahme des Prüfungsauftrages vorliegen. Ansonsten werden die Bestellungsvoraussetzungen nach § 319 Abs. 1 Satz 3 HGB nicht mehr erfüllt und die bestellte Praxis fällt als Abschlussprüfer weg. Zwischen dem 17. Juni und 31. Dezember 2016 wurden 99 Praxen als Abschlussprüfer neu in das Berufsregister eingetragen.

Im Jahr 2016 wurde aufgrund einer entsprechenden Risikoanalyse in nur rund 1 % (32 Fälle) der angeordneten Qualitätskontrollen von der maximal zulässigen Frist von sechs Jahren abgewichen.

Der Tätigkeitsbericht wird nach Billigung durch die Abschlussprüferaufsichtsstelle auf der Internetseite der WPK veröffentlicht.

Grundgesamtheit einer Qualitätskontrolle nach APAReG

Die Kommission für Qualitätskontrolle beschloss eine Ergänzung des Hinweises zur Grundgesamtheit von Qualitätskontrollen nach APAReG. Bisher wurden sämtliche Finanzdienstleistungsinstitute nach § 1 Abs. 1a KWG zur Grundgesamtheit einer Qualitätskontrolle gezählt.

Nunmehr wird nach Rücksprache mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht klargestellt, dass Abschlussprüfungen von Finanzdienstleistungsinstituten nach § 1 Abs. 1a Satz 2

  • Nr. 5 (Drittstaateneinlagenvermittlung)
  • Nr. 7 (Sortengeschäft)
  • Nr. 9 (Factoring)
  • Nr. 10 (Finanzierungsleasing) sowie
  • Nr. 11 (Anlagenverwaltung),

sofern diese nicht unmittelbar nach § 316 HGB einzubeziehen sind, nicht Gegenstand einer Qualitätskontrolle sind. Der Hinweis der Kommission für Qualitätskontrolle wurde um eine entsprechende Fußnote ergänzt (wird in Kürze veröffentlicht).

Ausschuss Risikoanalyse

Der Ausschuss Risikoanalyse der Kommission für Qualitätskontrolle hat ein Schema zur Risikoanalyse erarbeitet, das sich an § 13 Satzung für Qualitätskontrolle orientiert. Es soll ein einheitliches und nachvollziehbares Vorgehen bei der Risikoanalyse für die Anordnung einer Qualitätskontrolle sicherstellen.

Aufsicht über Prüfer für Qualitätskontrolle und Teilnahme an Qualitätskontrollen

Seit dem Inkrafttreten des APAReG obliegt der Kommission für Qualitätskontrolle die Aufsicht über die Prüfer für Qualitätskontrolle. Sie kann im Einvernehmen mit der Abschlussprüferaufsichtsstelle auch an Qualitätskontrollen teilnehmen. Um dieser neuen Aufgabe gerecht zu werden und um die Aufsichtsmaßnahmen zu organisieren, hat die Kommission für Qualitätskontrolle einen Ausschuss eingerichtet.

Dieser ist mit drei Mitgliedern der Kommission für Qualitätskontrolle besetzt, den Vorsitz hat WP/StB/RA Prof. Dr. Jens Poll. Um eine Besorgnis der Befangenheit zu vermeiden und um den besonderen Anforderungen an das Fachgremium gerecht zu werden, führen die Ausschussmitglieder in der Praxis selbst keine Qualitätskontrollen durch und bilden die Praxisstrukturen des Berufsstandes von kleinen bis großen Praxen ab.

Aus den Abteilungen der Kommission für Qualitätskontrolle

Wie in allen Sitzungen hatte die Beratung von Einzelfällen einen wesentlichen Anteil. Im Mittelpunkt standen insbesondere die Beratungen und Beschlüsse über Qualitätskontrollberichte von § 319a HGB-Praxen.

cl/li