WPK
2. Februar 2017

Bericht über die Sitzung der Kommission für Qualitätskontrolle am 17. Januar 2017

Die Kommission für Qualitätskontrolle möchte künftig regelmäßig und zeitnah über Ihre Tätigkeit informieren. Im Folgenden sind Information zu den wichtigsten Beratungsergebnissen aus der Sitzung am 17. Januar 2017 zusammengefasst.

Eintragungen als Abschlussprüfer in das Berufsregister

Die Kommission für Qualitätskontrolle informiert sich regelmäßig über den Stand des Qualitätskontrollverfahrens. 99 Eintragungen und 98 Löschungen als Abschlussprüfer in/aus dem Berufsregister halten sich seit dem 17. Juni 2016 die Waage. Die Erwartung, dass WPK-Mitglieder in großer Anzahl in das Berufsregister als Abschlussprüfer eingetragen werden möchten, bestätigte sich bislang nicht.

Tätigkeitsbericht für 2016 – vorgezogene Anordnungen von Qualitätskontrollen

Beraten wurde der Entwurf des Tätigkeitsberichtes der Kommission für Qualitätskontrolle für 2016. Die statistischen Auswertungen ergaben, dass bei lediglich 3 oder rund 0,1 % der Praxen die nächste Qualitätskontrolle vor der maximal zulässigen Frist von 6 Jahren anzuordnen war. In einem Fall konnte die Stabilität des Qualitätssicherungssystems einer kleinen Praxis wegen mehrerer Rechtsträgerwechsel nicht geprüft werden. Bei zwei mittelgroßen Praxen sollte die Wirksamkeit der Beseitigung wesentlicher Mängel des Qualitätssicherungssystems früher geprüft werden.

Zum 17. Juni 2016 waren rund 3.650 Praxen (WP/vBP, WPG, BPG) als gesetzliche Abschlussprüfer in das Berufsregister der WPK eingetragen. Davon ist bei rund 800 Praxen keine Risikoanalyse für die Anordnung der nächsten Qualitätskontrolle erforderlich, weil deren Teilnahmebescheinigungen oder Ausnahmegenehmigungen bis zum 31. Juli 2017 befristet sind. Die Qualitätskontrollen sind bis zum Ablauf der Teilnahmebescheinigungen oder Ausnahmegenehmigungen durchzuführen (§ 136 Abs. 2 WPO). Bei den restlichen rund 2.850 Praxen ordnete die Kommission für Qualitätskontrolle im letzten Jahr nach einer Risikoanalyse die Qualitätskontrollen bis längstens 16. Juni 2022 an.

Bei Praxen, die erstmalig die Aufnahme der Tätigkeit als Abschlussprüfer anzeigen, ist die Sechs-Jahres-Frist für eine Qualitätskontrolle auf drei Jahre reduziert (§ 57a Abs. 2 Satz 5 WPO). 99 Praxen reichten im Jahr 2016 diese Anzeige ein.

Bei 70 Praxen wurde, soweit sie gesetzliche Abschlussprüfungen durchführen, wegen einer echten erstmaligen Tätigkeit als Abschlussprüfer in Abhängigkeit von der Anzahl und der Art der Prüfungen regelmäßig eine Qualitätskontrolle nach drei (bei 1 bis 7 Abschlussprüfungen p.a.) beziehungsweise zwei Jahren (bei 8 und mehr Abschlussprüfungen p.a.) angeordnet. Dies entspricht der Entscheidungspraxis zur Erteilung von Ausnahmegenehmigungen.

Die übrigen 29 Praxen waren bereits vor der Anzeige in einem anderen Rechtskleid als Abschlussprüfer tätig und setzen nunmehr ihre Tätigkeit in einem neuen Rechtskleid fort. Es handelt sich also nicht um eine echte erstmalige Aufnahme der Tätigkeit als Abschlussprüfer. Diese Anzeigen erfolgten regelmäßig im letzten Jahr vor Ablauf der Teilnahmebescheinigung oder Ausnahmegenehmigung. Die erste Qualitätskontrolle wird für den neuen Rechtsträger risikoorientiert nach einer Prüfungssaison angeordnet.

Diese kurze Frist war erforderlich, weil anderenfalls der Sechs-Jahres-Turnus für die Prüfung des Qualitätssicherungssystems einer eingeführten Praxis durch den Wechsel des Rechtsträgers deutlich überschritten würde. Auch bei Praxen, die ihre prüferische Tätigkeit vor dem 17. Juni 2016 beendeten und durch eine Anzeige nach dem 16. Juni 2016 wieder aufgenommen haben, erfolgte eine vergleichbare Anordnung der Qualitätskontrolle.

Im Ergebnis wurde 2016 bei rund 1,0 % der Anordnungen von Qualitätskontrollen von dem regelmäßigen Sechs-Jahres-Turnus abgewichen.

Stellungnahme zu IDW EPS 140

Die Kommission für Qualitätskontrolle beriet den Entwurf einer Stellungnahme zu EPS 140. Gemeinsam mit dem Vorstand der WPK soll die Stellungnahme dem IDW für dessen weitere Beratungen zur Verfügung gestellt werden.

Konkrete Absicht als Voraussetzung für die Eintragung als gesetzlicher Abschlussprüfer in das Berufsregister

Die Kommission für Qualitätskontrolle befasste sich außerdem mit den Kriterien für das Vorliegen einer konkreten Absicht. Festgestellt wurde, dass sich die innere konkrete Absicht, gesetzliche Abschlussprüfungen durchführen zu wollen, auch in einem Handeln nach außen manifestieren muss. Werden über längere Zeiträume keine gesetzlichen Abschlussprüfungen nach § 316 HGB durchgeführt, muss eine Praxis gegebenenfalls entsprechende Nachweise für eine weiterhin bestehende konkrete Absicht erbringen. Die Kommission für Qualitätskontrolle wird diesen Punkt noch weiter erörtern.

Teilnahme an Qualitätskontrollen

Die Kommission für Qualitätskontrolle beschloss, an einer Qualitätskontrolle teilzunehmen (§ 57e Absatz 1 Satz 6 WPO).

cl