Berufspolitik
21. Dezember 2020

Audit Analytics:
Studie zum EU-Abschlussprüfungsmarkt – nur begrenzt positive Wirkung der EU-Reform der Abschlussprüfung auf die Unabhängigkeit und die Marktkonzentration

Die EU-Reform der Abschlussprüfung hat nur eine begrenzt positive Wirkung auf die Unabhängigkeit von Abschlussprüfern und die Konzentration im EU-Abschlussprüfungsmarkt – verbunden mit einer Steigerung der Kosten – gehabt. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie Monitoring the Audit Market in Europe des Informationsdienstes Audit Analytics.

Ziel der Studie ist es, zur europäischen Debatte um die Reform der Abschlussprüfung beizutragen. Hierbei liegt der Schwerpunkt der Untersuchung auf der Konzentration im EU-Abschlussprüfungsmarkt. Daneben werden insbesondere der Einfluss der verpflichtenden externen Rotation und des Verbots von Nichtprüfungsleistungen auf die Marktstruktur erörtert, im Einzelnen:

  • Externe Rotation – Listed Companies: In diesem Bereich hat die Einführung der verpflichtenden Rotation praktisch keine Auswirkungen auf die Marktkonzentration gehabt. Im Zeitraum von 2014 bis 2019 hat sich der Marktanteil der Big Four um 2 % auf 65 % erhöht.
  • Externe Rotation – PIEs: Die Marktkonzentration in diesem Bereich ist höher als im Bereich Listed Companies. Im Bereich PIEs ergaben sich scheinbar deutliche Auswirkungen aufgrund der Einführung der Rotation: Hier hat sich im Zeitraum von 2014 bis 2019 der Marktanteil der Big Four zugunsten von SMPs um 7 % reduziert auf 73 %. Allerdings geht dieser Rückgang wahrscheinlich auf eine Änderung der Definition PIE zurück. So haben viele Mitgliedstaaten den Anwendungsbereich der PIE-Definition eingeschränkt, was zu einem Rückgang der Anzahl von PIEs in den betreffenden Ländern führte.
  • Nichtprüfungsleistungen – PIEs: Die Erbringung von Nichtprüfungsleistungen gegenüber PIE-Prüfungsmandanten ist seit 2014 auf dem niedrigsten Stand (Anteil an den Gesamteinnahmen). Gleichwohl habe die Erbringung von Nichtprüfungsleistungen auch schon vor der Reform keine Größenordnung erreicht gehabt, die Anlass für erhebliche Zweifel an der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers gegeben hätte.
  • Höchstlaufzeit – PIE-Mandat: Die EU-Reform der Abschlussprüfung hat zu einer Reduzierung der durchschnittlichen Höchstlaufzeit der PIE-Mandate in der EU geführt, die nunmehr acht Jahre beträgt. Die durchschnittliche Höchstlaufzeit der PIE-Mandate der Big Four betrage neun Jahre, wohingegen kleinere Praxen durchschnittlich nur sechs Jahre im Mandat verblieben.
  • Kostenanstieg: Die mit der Rotation verbundenen Gesamtkosten im PIE-Segment werden auf über 3.8 Milliarden Euro geschätzt.
  • Honorar nach Prüferwechsel: Bei 62 % der Listed Companies ist das Honorar nach einem Prüferwechsel gesunken.
  • Marktkonzentration: In fast allen EU-Mitgliedstaaten ist eine hohe Marktkonzentration gegeben (vgl. Übersicht auf Seite 36 f.). Nur in drei Ländern wird diese als moderat eingestuft (Österreich, Frankreich, Polen).

Hinsichtlich weiterer Einzelheiten wird auf die Studie verwiesen, die nach Eingabe der Kontaktdaten auf der Internetseite von Audit Analytics zur Verfügung steht.

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