Berufspolitik
24. Mai 2017

Stellungnahme:
Konsultation der EU-Kommission zur Arbeitsweise der Europäischen Aufsichtsbehörden (European Supervisory Authorities – ESA)

Die Europäische Kommission führt eine Überprüfung des Systems der Europäischen Finanzaufsichtsbehörden ESA (European Supervisory Authorities) durch. Betroffen sind davon die EBA (European Banking Authority), die EIOPA (European Insurance and Occupational Pensions Authority) und die ESMA (European Securities and Markets Authority). Die Überprüfung soll insbesondere möglichen Änderungsbedarf an den bestehenden Aufgaben, Befugnissen und Governance-Systemen der ESA identifizieren, um die Wirksamkeit der Aufsichten zu erhöhen.

Die in dem Konsultationspapier zur Finanzberichterstattung dargestellten Überlegungen zur stärkeren Vereinheitlichung der europäischen Prüferaufsichten sowie zur Stärkung der Rolle der ESMA können sich erheblich auf den Berufsstand auswirken. Die Wirtschaftsprüferkammer hat sich dementsprechend mit Stellungnahme vom 16. Mai 2017 zum Konsultationspapier der EU-Kommission geäußert:

  • Es sind keine materiellen Unzulänglichkeiten am derzeitigen europäischen System der Aufsicht und des Enforcements im Bereich der Finanzberichterstattung bekannt, die grundlegende Änderungen erfordern würden. Das Konsultationspapier liefert ebenfalls keine derartigen Anhaltspunkte.
  • Der europäische Berufsstand wird mit den Auswirkungen der erst zum 16. Juni 2016 in Kraft getretenen EU-Abschlussprüferreform einige Jahre beschäftigt sein. Zum jetzigen Zeitpunkt neue Reformüberlegungen anzustellen, erscheint verfrüht.
  • Eine Integration des CEAOB (Committee of European Auditing Oversight Bodies) in die ESMA wird gegenwärtig abgelehnt. Dem CEAOB sollte angemessen Zeit gewährt werden, seine Arbeit aufzunehmen und auszuführen. Reformüberlegungen sollten erst nach entsprechendem Zeitablauf dann auf einer Beurteilung der Arbeitsweise des CEAOB beruhen.

Das Konsultationspapier steht auf der Webseite der Europäischen Kommission zur Verfügung.

sp