Berufspolitik
2. April 2015

Positionen der WPK zu nicht-EU-veranlassten Änderungen in der Wirtschaftsprüferordnung

Die WPK hat dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit Schreiben vom 31. März 2015 drei weitere Positionspapiere zur Änderung der Wirtschaftsprüferordnung vorgelegt.

Diese betreffen:

In Erwartung der zwischenzeitlich vorliegenden EU-Regelungen wurde das Berufsrecht der WP/vBP seit der 7. WPO-Novelle im Jahr 2007 nur noch punktuell angepasst. Aus Sicht des Vorstands soll dieser „Reformstau“ im Rahmen der 8. WPO-Novelle aufgelöst werden.

Der Vorstand spricht sich unter anderem dafür aus:

  • die Möglichkeit zu schaffen, zukünftig Maßnahmen der WPK und der öffentlichen Aufsicht nicht nur von einer, sondern mindestens von zwei gerichtlichen Instanzen überprüft werden können. Derzeit steht für die Überprüfung von Rügeentscheidungen nur eine Instanz zur Verfügung; dies ist schon heute nicht mehr für jedes Verfahren angemessen. Dies ist auch angesichts der Ankündigung des BMWi-Eckpunktepapiers angemessen, die Aufsicht über sogenannte schwere Berufsaufsichtsfälle in die Zuständigkeit der WPK und der öffentlichen Aufsicht zu übertragen.
  • die Regeln zur Berufsausübung neu zu ordnen. Die derzeit geltende § 43a WPO bietet dem Berufsstand nicht die Flexibilität anderer Berufsrechte der freien Berufe, insbesondere der Rechtsanwälte und Steuerberater. Es soll neu geordnet werden, welche der derzeit nur vereinbaren Tätigkeiten wegen der Nähe zu den beruflichen Aufgaben nach § 2 WPO zur originären Tätigkeit erklärt und damit ebenfalls dem Kernbereich der beruflichen Tätigkeit zugeordnet werden. Daneben soll im Einzelfall die Möglichkeit geschaffen werden, weitere berufsnahe Tätigkeiten, die eine Gefährdung der Berufspflicht nicht erwarten lassen, mit Genehmigung der WPK ergreifen zu können.
  • den Gesellschafterkreis einer Berufsgesellschaft in beschränktem Umfang um in der Berufsgesellschaft tätige Personen zu erweitern , ohne dass es auf die Berufsqualifikation dieser Person ankommt (z. B. bei Mitarbeiterbeteiligungsmodellen).

Daneben regt die WPK weitere redaktionelle und klarstellende Änderungen des Berufsrechts an.

Einzelheiten zu den Positionen der WPK zu nicht-EU-veranlassten Änderungen in der Wirtschaftsprüferordnung stehen nachfolgend zur Verfügung.

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