Allgemeines Berufsrecht
22. Oktober 2018

Vorschlag der WPK zur Einführung eines Syndikus-WP/vBP – aktualisierte Fassung

Einem Hinweis des Wirtschaftsprüferversorgungswerks (WPV) folgend hat die WPK ihren Vorschlag zur Einführung eines Syndikus-WP/vBP („Neu auf WPK.de“ vom 31. August 2018) weiter ausdifferenziert.

Die Möglichkeit, den Beruf auch als gesetzlicher Vertreter oder Mitglied des zur gesetzlichen Vertretung berufenen Organs des Syndikus-Arbeitgebers auszuüben, bleibt nach der weiten Variante der Syndikus-Tätigkeit (§ 43a Abs. 1 Nr. 13 WPO-E) erhalten.

Die auf berufliche Tätigkeiten nach § 2 Abs. 2, Abs. 3 Nr. 2 und 3 WPO (Steuerberatung, Wirtschaftsberatung und Interessenvertretung, Treuhand) beschränkte enge Variante der Syndikus-Tätigkeit (§ 43a Abs. 1 Nr. 12 WPO-E) soll demgegenüber zusätzlich auf eine Tätigkeit im Anstellungsverhältnis beschränkt werden. Eine Tätigkeit als gesetzlicher Vertreter oder Mitglied des gesetzlichen Vertretungsorgans soll nach dieser Variante nicht zulässig sein. Die Vorschrift erhält damit einen mit § 58 Satz 2 Nr. 5a StBerG vergleichbaren Regelungsgehalt. Auch der Syndikus-StB darf als Angestellter seines Arbeitgebers für diesen nur berufliche Tätigkeiten nach § 33 StBerG erbringen.

Ein Syndikus-WP/vBP, der als Angestellter seines Arbeitgebers für diesen berufliche Tätigkeiten nach § 2 Abs. 2, Abs. 3 Nr. 2 und 3 WPO erbringt (§ 43a Abs. 1 Nr. 12 WPO-E), übt keine im berufsrechtlichen Sinne gewerbliche Tätigkeit aus. Aus diesem Grund wurde im aktualisierten Entwurf weiterhin die Ausnahme zum Verbot der gewerblichen Tätigkeit (§ 43a Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 WPO-E) auf Tätigkeiten nach § 43a Abs. 1 Nr. 13 WPO-E beschränkt.

Der aktualisierte Regelungsvorschlag wurde dem BMWi mit Schreiben vom 18. Oktober 2018 übersandt. Das Ministerium wurde unverändert um möglichst baldige Einbringung des Vorschlags in das Gesetzgebungsverfahren gebeten. Die WPK wird über weitere Entwicklungen berichten.

Update

Ein mit Vertretern des BMWi geführtes Gespräch hat inzwischen ergeben, dass in dieser Legislaturperiode nicht mehr mit einer Umsetzung zu rechnen ist („Neu auf WPK.de“ vom 8. Juni 2020). Die WPK, die sich bis zuletzt darum bemüht hatte, das Ministerium zur Vorlage eines Referentenentwurfs noch im Jahr 2020 zu bewegen, bedauert dies sehr.

go