Berufspolitik
15. Februar 2018

Stellungnahme:
Vorschläge der Monitoring Group zur Reform der internationalen Standardsetzung

Die Monitoring Group (MG), das unabhängige Gremium zur Überwachung der internationalen Standardsetzung von IAASB, IESBA und IAESB bei IFAC, veröffentlichte Anfang November 2017 ein Konsultationspapier mit Vorschlägen zur Reform des Standardsetzungsprozesses.

Die Wirtschaftsprüferkammer hat sich mit den Reformvorschlägen intensiv auseinandergesetzt und am 9. Februar 2018 eine Stellungnahme an die Monitoring Group übermittelt.

Ausgelöst werden die Reformüberlegungen durch die Kritik, dass der Standardsetzungsprozess das „öffentliche Interesse“ nicht hinreichend berücksichtige und der Einfluss des Berufsstandes auf die Standardsetzung als zu stark empfunden werde. Den vorhandenen Standards der Standardsetzungsboards wird jedoch gleichzeitig eine hohe Qualität zuerkannt.

Die Reformvorschläge der Monitoring Group zielen dementsprechend darauf ab, die Standardsetzung stärker vom Berufsstand abzugrenzen. Dazu wird unter anderem diskutiert, die beiden Standardsetzungsboards IAASB und IESBA zu fusionieren und aus IFAC herauszulösen. Zudem soll die Besetzung und das Besetzungsverfahren der Boards neu strukturiert werden. Das für die Vor- und Zuarbeiten für die Standardsetzungsboards erforderliche fachliche Personal soll massiv aufgestockt werden. Die mit dem reformierten Standardsetzungsverfahren verbundenen gestiegenen Kosten sollen jedoch weiterhin vom Berufsstand getragen werden.

Die Wirtschaftsprüferkammer unterstützt die Auffassung der MG, dass der Standardsetzungsprozess frei von der Einflussnahme jeglicher Stakeholder-Gruppe sein muss, um das Vertrauen in und die weltweite Akzeptanz der Prüfungs- und ethischen Standards zu gewährleisten. Die WPK bemängelt allerdings, dass die MG keine empirischen Belege für ihre Kritik vorlegt. Die von der MG vorgeschlagene nahezu alleinige Finanzierung des reformierten Standardsetzungsprozesses durch den Berufsstand sei überdies kaum geeignet, ein möglicherweise in der Öffentlichkeit wahrgenommenes Bild der Einflussnahme des Berufsstandes auf das Standardsetzungsverfahren zu vermindern.

Darüber hinaus betont die WPK, dass die Reformüberlegungen der MG zu wenig Gewicht auf die Sicherstellung einer hohen Qualität und der weltweiten Akzeptanz der Standards legten. Einige Vorschläge seien in diesem Zusammenhang sogar kontraproduktiv. So könnte  beispielsweise eine Reduktion der Beteiligung von Berufsangehörigen am Standardsetzungsprozess zu einer ungenügenden Berücksichtigung des erforderlichen fachlichen Sachverstandes im Rahmen der Erarbeitung der Standards führen.

sp
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