Rechnungslegung
21. November 2014

EU:
Richtlinie über die Offenlegung nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen durch bestimmte große Unternehmen veröffentlicht

Im Amtsblatt der Europäischen Union vom 15. November 2014 wurde die Richtlinie 2014/95/EU zur Änderung der Rechtlinie 2013/34/EU im Hinblick auf die Angabe nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen durch bestimmte große Unternehmen und Gruppen veröffentlicht.

In den Anwendungsbereich der Richtlinie fallen Unternehmen und Konzerne von öffentlichem Interesse mit im Jahresdurchschnitt mehr als 500 Mitarbeitern. Diese sollen in den Lagebericht zukünftig eine nichtfinanzielle Erklärung aufnehmen, die mindestens Angaben zu Umwelt-, Sozial-, und Arbeitnehmerbelangen, der Achtung der Menschenrechte und der Bekämpfung von Korruption und Bestechung enthält und für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage des Unternehmens sowie der Auswirkungen seiner Tätigkeit erforderlich sind. Die Richtlinie ergänzt die neue EU-Bilanzrichtlinie 2013/34/EU.

Der Abschlussprüfer des Unternehmens hat die (formale) Abgabe der dieser nichtfinanziellen Erklärung zu überprüfen. Eine inhaltliche Prüfung ist nicht verpflichtend vorgesehen. Allerdings räumt die Richtlinie ein Mitgliedstaatenwahlrecht ein, wonach eine Pflicht zur „Überprüfung“ der nichtfinanziellen Erklärung durch „einen unabhängigen Erbringer von Bestätigungsleistungen“ auf nationaler Ebene vorgesehen werden kann.

Die Richtlinie tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung in Kraft. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, die Richtlinie bis zum 6. Dezember 2016 in nationales Recht umzusetzen. Die WPK wird die Transformation der Richtlinie in Deutschland begleiten. Die neuen Vorschriften werden für betroffene Unternehmen für Geschäftsjahre gelten, die am 1. Januar 2017 oder im Verlauf des Kalenderjahres 2017 beginnen.

sp