WPK
13. Juni 2013

Bericht über die Beiratssitzung am 7. Juni 2013 in Berlin – Beirat beschließt Änderungen der Wahlordnung der WPK zur Einführung personalisierter Verhältniswahlen sowie eine Revision der Satzung der WPK

Eröffnet wurde die Sitzung des Beirates mit der Berichterstattung des Vorstandes für den Zeitraum seit der letzten Beiratssitzung im März 2013.

Anschließend behandelte der Beirat mit der Genehmigung des Jahresabschlusses für das Wirtschaftsjahr 2012 einen obligatorischen Tagesordnungspunkt der Sommersitzungen des Beirats. Nach ausführlicher Vorberatung durch den vom Beirat gebildeten Haushaltsausschuss und einem ausführlichen Bericht des Abschlussprüfers genehmigte der Beirat den Jahresabschluss nebst Lagebericht der WPK für das Wirtschaftsjahr 2012 einstimmig. Der Vorstand der WPK wurde ebenfalls einstimmig entlastet.

Der Vorsitzende der Abschlussprüferaufsichtskommission (APAK), Herr Dr. h.c. Wolfgang Spindler, berichtete dem Beirat über die Tätigkeit der APAK im Jahr 2012. Er verwies hierzu auch auf den gerade vorgelegten Tätigkeitsbericht für das Jahr 2012, in dem der WPK wie in den Jahren zuvor insgesamt eine geeignete, angemessene und verhältnismäßige Aufgabenerfüllung in den aufsichtsrelevanten Bereichen attestiert wird. Herr Dr. Spindler berichtet u.a. zu den drei Joint Inspections mit dem Public Company Accounting Oversight Board (PCAOB), der amerikanischen Prüferaufsicht, die derzeit wohl als das Maß der Prüferaufsichten gelten könne. Im Rahmen der gemeinsamen Inspektionen seien die Inspektoren der APAK und des PCAOB als gleichberechtigte Prüfer auf Augenhöhe aufgetreten und hätten inhaltlich Übereinstimmung erzielt. Die internationale Akzeptanz der deutschen Prüferaufsicht habe davon profitiert.

Herr Joachim Riese, Vorsitzender der Kommission für Qualitätskontrolle (KfQK), erstattete den Tätigkeitsbericht der KfQK für das Jahr 2012. Zwar sei die Zahl der Praxen mit einer Teilnahmebescheinigung oder einer Ausnahmegenehmigung leicht rückläufig, die Zahl der Berufsangehörigen, die im Bereich gesetzlicher Abschlussprüfungen tätig seien, bleibe aber gleich. Festzustellen sei, dass wie in den Vorjahren regelmäßig in den gleichen Bereichen des Qualitätssicherungssystems der untersuchten Praxen Mängel festgestellt wurden. Dazu zählten insbesondere die mangelnde Umsetzung des risikoorientierten Prüfungsansatzes, Mängel in Bezug auf die auftragsbezogene Qualitätssicherung und fehlende Regelungen zur Unabhängigkeit bei Schnittstellen mit anderen Praxen. Vor dem Hintergrund der Berichterstattung wurde die KfQK einstimmig entlastet. Ergänzend bestätigte der Beirat die vom Vorstand bereits eingeleiteten Überlegungen zur Verankerung der Verhältnismäßigkeit des Qualitätskontrollverfahrens in der Satzung für Qualitätskontrolle und bat den Vorstand um ergänzende Berichterstattung hierzu in der Novembersitzung.

Mit Spannung erwarteter Tagesordnungspunkt war der Beschluss über die Änderungen der Wahlordnung und der Satzung der WPK zur Einführung personalisierter Verhältniswahlen und zur Revision der Satzung. Die Vor- und Nachteile personalisierter Verhältniswahlen wurden innerhalb der Gremien der WPK, in den gemeinsamen Konsultationsrunden mit den Vertretern der großen Praxen und im gesamten Berufsstand ausführlich erörtert und abgewogen. Einigkeit bestand dabei stets darüber, dass zukünftig alle relevanten Interessengruppen in die Arbeit der WPK eingebunden werden sollen. Dissens bestand zum Teil über die Art und Weise dieser Einbindung. Getragen von der vielfach erfahrenen Zustimmung, die Rahmenbedingungen für einen pluralistisch zusammengesetzten Beirat zu erleichtern, haben sich letztlich mehr als 2/3 der Beiratsmitglieder für die Einführung personalisierter Verhältniswahlen und die Revision der Satzung ausgesprochen.

In Fortführung seiner Bemühungen um eine Revision des Satzungsrechtes beschloss der Beirat, die Mitglieder zu weiteren Änderungen der Satzung und der Beitragsordnung der WPK anzuhören.

Als Startsignal für die im Sommer 2014 anstehenden Beiratswahlen stimmte der Beirat der Berufung der Mitglieder der unabhängigen Wahlkommission für die Wahlen der Mitglieder des Beirats zu. (Die Mitglieder der unabhängigen Wahlkommission, der Wahlleiter und sein Stellvertreter werden den Mitgliedern vom Vorstand nach der Wahl des Wahlleiters und seines Stellvertreters in der konstituierenden Sitzung der unabhängigen Wahlkommission im WPK Magazin 4/2013 bekannt gegeben.)

Ausführlich diskutierten die Beiratsmitglieder die Regelungsvorschläge des Projektausschusses zur Sicherung der Qualität der gesetzlichen Abschlussprüfung. Im Ergebnis bestätigte der Beirat die Aufnahme einer im Detail noch fortzuentwickelnden qualitätssichernden Entgeltregelung in die Berufssatzung. Sollte dies nicht möglich sein, strebt der Beirat eine gesetzliche Regelung im HGB an. Erste Überlegungen zur Einführung weitergehender Meldepflichten verwarf der Beirat wieder.

Ebenso ausführlich erörterte der Beirat die Überlegungen zur Neunten Änderung der Berufssatzung mit der Implementierung der Wirtschaftsprüfer-Berufshaftpflichtverordnung, der nationalen Umsetzung des Code of Ethics und der Fortschreibung der VO 1/2006. Der Beirat gab den federführenden Ausschüssen hierzu wichtige Impulse für die weitere Sacharbeit. In der Novembersitzung möchte der Beirat eine Entwurfsfassung der Satzungsänderungen beraten, die sodann in die erforderlichen Anhörungen einschließlich auch der Anhörung des Berufsstandes gehen soll.

Zur Erledigung seiner statuarischen Aufgaben benannte der Beirat weitere ehrenamtliche Richter am Bundesgerichtshof und der obersten Landesbehörde sowie weitere Vertreter der Finanzverwaltung in der Prüfungskommission.

Die nächste Sitzung des Beirates findet am 22. November 2012 in Berlin statt.

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