WPK
26. November 2013

Bericht über die Beiratssitzung am 22. November 2013 in Berlin

Der Vorsitzer des Beirates, Dr. Johannes von Waldthausen, eröffnete die Sitzung und begrüßte die Teilnehmer. Danach wurde dem Vorsitzenden der Abschlussprüferaufsichtskommission (APAK), Dr. h.c. Wolfgang Spindler, das Wort erteilt. Vor dem Hintergrund der jüngst öffentlich gewordenen Vorwürfe einzelner Ehrenamtsträger, anderer Mitglieder des Berufsstandes und von Dritten gegenüber der APAK wies Dr. h.c. Spindler diese Vorwürfe sehr deutlich zurück und gab eine Erklärung ab. Einzelheiten können in Kürze auf der Internetseite der APAK abgerufen werden.

Im Anschluss gab Claus C. Securs, Präsident der Wirtschaftsprüferkammer, eine Erklärung ab, in der er sich von den oben genannten Vorwürfen ebenfalls distanzierte und diese zurückwies. Eine Distanzierungserklärung des Vorstandes der Wirtschaftsprüferkammer wurde am 25. November 2013 unter „Neu auf WPK.de“ sowie als Sonderausgabe des WPK-Newsletters veröffentlicht.

Der Beirat nahm den Bericht des Vorstandes unter anderem über den aktuellen Stand der EU-Reform der Abschlussprüfung entgegen. Die Beratungen auf EU-Ebene seien in die entscheidende Phase eingetreten und könnten unter Umständen noch im Dezember 2013 abgeschlossen werden. Von besonderer Bedeutung für die WPK sei die Frage nach der zukünftigen Struktur des Aufsichtssystems über die Abschlussprüfer. Hierzu setze sich der Vorstand der WPK bei den zuständigen europäischen Akteuren nach wie vor dafür ein, dass die berufsständische Expertise in die Berufsaufsicht eingebracht werden kann. Die WPK informiert dazu ausführlich unter „EU-Reform der Abschlussprüfung“.

Beraten wurde im Zusammenhang mit der Neuordnung von Berufsaufsicht und Qualitätskontrolle auch die Reaktion der WPK auf das am 15. Oktober 2013 von der APAK auf ihrer Internetseite veröffentlichte Eckpunktepapier „Maßnahmen zur Fortentwicklung der Berufsaufsicht“. Der Vorstand der WPK hatte darauf am 16. Oktober 2013 mit einer Stellungnahme zu den Positionen der APAK in Form einer Pressemitteilung reagiert, um die Diskussion im Berufsstand zu fördern. In der Beiratssitzung wurde beschlossen, den vom Vorstand der WPK vorgestellten Entwurf des Eckpunktepapiers dem mit Mitgliedern des Vorstandes und des Beirates paritätisch besetzten Projektausschuss „EU-Initiative zur Abschlussprüfung“ zur weiteren Beratung zu übermitteln.

Der Beirat befasste sich des Weiteren mit dem Wirtschaftsplan der WPK 2014 und stellte diesen fest (wird als Beilage zum WPK Magazin 4/2013 veröffentlicht). Dieser berücksichtigt eine vom Beirat beschlossene Anpassung der Beiträge für die anlassunabhängigen Sonderuntersuchungen (Inspektionen) bei Abschlussprüfern mit Prüfungsmandaten im Sinne des § 319a HGB.

Ausführlich erörterte der Beirat den Entwurf einer Neufassung der Berufssatzung WP/vBP. Der Entwurf sieht eine Aktualisierung, Ergänzung und zum Teil Modifizierung der Regelungen zur auftragsbezogenen Qualitätssicherung und zum Qualitätssicherungssystem unter Berücksichtigung des ISQC 1, des ISA 220 und der VO 1/2006 vor. Zugleich soll mit der Neufassung die WPBHV in die Berufssatzung implementiert werden und ein Abgleich des deutschen Berufsrechts mit dem Code of Ethics 2009 stattfinden. Der Beirat beschloss mit großer Mehrheit, den Berufsstand und die interessierte Öffentlichkeit zu den geplanten Änderungen anzuhören. Das Konzept steht auf unter „Neu auf WPK.de > Anhörung des Berufsstandes“ zur Verfügung. Zudem sind Informationsveranstaltungen der WPK vorgesehen am

  • 13. Dezember 2013, 15:00 – 18:00 Uhr, in Berlin,
  • 16. Dezember 2013, 15:00 – 18:00 Uhr, in Bonn,
  • 17. Dezember 2013, 15:00 – 18:00 Uhr, in Stuttgart,

zu denen nähere Informationen – auch zur Anmeldung – unter „Mitglieder > Veranstaltungen“ veröffentlicht sind.

Weiterhin nahm der Beirat mit großer Mehrheit die Pläne des Vorstandes zur Kenntnis, die bisherige VO 1/2006 durch eine Verlautbarung der WPK in Form eines Hinweises zu einem ordnungsgemäßen Qualitätssicherungssystem zu ersetzen. Dieser soll ergänzend und parallel zu den Regelungen in der Berufssatzung und ihren Erläuterungen  in Nachfolge für den VO 1/2006 die Anforderungen an die Qualitätssicherung zusammenfassend darstellen.

Diskutiert wurde ferner über das vom Projektausschuss „Gebührenordnung“ vorgeschlagene Konzept, eine Regelung zum Mindestzeitaufwand bei gesetzlichen Abschlussprüfungen in die Berufssatzung aufzunehmen. Der Beirat sprach sich in seiner Mehrheit für die Einführung einer Regelung aus, die einen bestimmten, in Abhängigkeit von der Summe aus Bilanzerlösen, Umsatzerlösen und Erträgen definierten Zeitumfang für die Prüfung eines Jahresabschlusses im Regelfall vorsieht. Auch hierzu sollen der Berufsstand und die interessierte Öffentlichkeit zur geplanten Einführung der Regelung angehört werden. Das Projekt einer Gebührenordnung oder Regelung auch nur einer Zeitgebühr oder Mindestgebühr will der Beirat in dieser Amtsperiode nicht weiter verfolgen.

Der Beirat behandelte auch die Ergebnisse der Anhörung des Berufsstandes (WPK Magazin 3/2013) zur Änderung der Satzung der WPK und beschloss zum einen die Aufnahme einer Regelung zur Sicherung der Beschlussfähigkeit des Beirates. Zum anderen wurde beschlossen, Bekanntmachungen der WPK zukünftig nicht mehr schriftlich, sondern elektronisch vorzunehmen – unbeschadet einer nachrichtlichen Veröffentlichung im WPK Magazin.

Darüber hinaus beschloss der Beirat, einen klarstellenden Hinweis zur Verhältnismäßigkeit des Qualitätskontrollverfahrens in die Satzung für Qualitätskontrolle aufzunehmen sowie das Verwaltungsverfahren im Zusammenhang mit den Fortbildungsnachweisen für die Mitglieder zu entbürokratisieren.

In der Sitzung trat WP/StB Prof. Dr. Karin Kaiser vom Amt der Landespräsidentin der WPK in Schleswig-Holstein zurück. Der Beirat stimmte der Ernennung von WP/StB Dipl.-Volksw. Detlef Mohr als neuem Landespräsidenten für Schleswig-Holstein durch den Vorstand zu.

Weiterhin stimmte der Beirat der Bestellung einer neuen Vorsitzenden der Aufgaben- und Widerspruchskommission für das Wirtschaftsprüfungsexamen zu. Frau Regierungsdirektorin Jutta Maria Cremers, Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg, wird den Vorsitz am 1. Januar 2014 übernehmen.

Die Beratungen über die Fortsetzung der Mitgliedschaft der Wirtschaftsprüferkammer im Bundesverband der Freien Berufe (BFB) bildeten den Abschluss dieser Beiratssitzung. Der Beirat teilt die Überlegungen des Vorstandes, nicht aus dem BFB auszutreten.

Die nächste Sitzung des Beirates, in der insbesondere die Neufassung der Berufssatzung WP/vBP beschlossen werden soll, soll im Mai 2014 in Berlin stattfinden.

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