Berufspolitik
11. September 2017

Stellungnahme:
Anzeigepflicht für Steuergestaltungen

Am 21. Juni 2017 veröffentlichte die EU-Kommission einen Richtlinienvorschlag zum verpflichtenden automatischen Informationsaustausch in der Besteuerung. Der Entwurf sieht unter anderem eine Pflicht für sogenannte „Intermediäre“ vor, bestimmte, grenzüberschreitende Steuergestaltungsmodelle an die zuständigen Finanzbehörden zu melden. Dies kann auch Wirtschaftsprüfer/vereidigte Buchprüfer betreffen, die ihre Mandanten in steuerlichen Angelegenheiten beraten.

Die WPK hat in ihrer Stellungnahme vom 18. August 2017 verdeutlicht, dass der Vorschlag das Vertrauensverhältnis zwischen Wirtschaftsprüfern/vereidigten Buchprüfern und ihren Mandaten nicht hinreichend berücksichtigt. Zum Schutz dieses wesentlichen Bestandteils der Berufsausübung muss die Richtlinie eine klare Aussage darüber treffen, dass nicht die Berufsangehörigen, sondern die Mandanten selbst das Modell bei den Finanzbehörden melden. Außerdem ist die von der Europäischen Kommission vorgesehene Frist von nur fünf Tagen nach der Bereitstellung des Steuermodells wesentlich zu kurz.

tm