Prüfer für Qualitätskontrolle

Neuerung bei der Fortbildungsverpflichtung

Neuerung bei der Fortbildungsverpflichtung

  • Nach dem APAReG müssen nun auch nicht aktive Prüfer für Qualitätskontrolle der WPK nachweisen, dass sie ihrer speziellen Fortbildungspflicht nachkommen.
  • Der Gesetzgeber räumt für den Nachweis eine Übergangsfrist bis zum 16. Juni 2019 ein.
  • Prüfer für Qualitätskontrolle können die von ihnen absolvierten und der WPK mitgeteilten Teilnahmen an Fortbildungsveranstaltungen in ihrem internen Bereich im geschützten Mitgliederbereich der WPK-Internetseite einsehen.
WP/StB Gerhard Schorr, Mitglied der Kommission für Qualitätskontrolle der WPK

Prüfer für Qualitätskontrolle (PfQK) müssen sich schon seit längerem speziell für die Tätigkeit als PfQK fortbilden. Bisher war der Nachweis über die Erfüllung dieser Berufspflicht nur von aktiv tätigen PfQK zu führen. Dies hat sich mit Inkrafttreten des APAReG geändert.

Nunmehr muss jeder PfQK, auch wenn er keine Qualitätskontrollen durchführt, die Erfüllung dieser Berufspflicht nachweisen. Dieser Nachweis ist spätestens alle drei Jahre nach der Registrierung zu führen. Wird der Nachweis nicht geführt, ist die Registrierung als Prüfer für Qualitätskontrolle zu widerrufen.

PfQK müssen in drei Jahren an mindestens 24 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten teilnehmen. Die Berechnung des Dreijahreszeitraums beginnt mit der Registrierung als PfQK (Tag nach der Bekanntgabe der Registrierung). Die Fortbildung soll über den Dreijahreszeitraum verteilt werden.

Der Gesetzgeber hat allen PfQK eine Übergangsfrist bis spätestens zum 16. Juni 2019 eingeräumt, um der WPK die Erfüllung ihrer speziellen Fortbildungspflicht nachzuweisen (§ 136 Absatz 3 WPO).

Beispiel 1
WP A wurde am 31.12.2011 als PfQK registriert.

Lösung:
WP A musste sich in folgenden Turni fortbilden: 1.1.2012 bis 31.12.2014 und 1.1.2014 bis 31.12.2016.

Unabhängig von einer Beauftragung als PfQK muss er spätestens bis zum 16.6.2019 nachweisen, dass er sich in seinem letzten abgeschlossenen Dreijahreszeitraum (hier: 1.1.2014 bis 31.12.2016) mit 24 Unterrichtseinheiten fortgebildet hat. Der Nachweis für den laufenden Dreijahreszeitraum (hier: 1.1.2017 bis 31.12.2019) ist nach dem 31.12.2019 zu führen.

Beispiel 2
WP A wird am 15.4.2017 als PfQK für die Durchführung einer Qualitätskontrolle vorgeschlagen.

Lösung:
Im Zuge des Prüfervorschlagsverfahrens wird auch geprüft, ob der vorgeschlagene PfQK sich fortgebildet hat. Hat sich der PfQK nicht oder nicht ausreichend fortgebildet, kann dem Prüfervorschlag widersprochen werden, wenn dies konkrete Anhaltspunkte ergibt, dass eine Qualitätskontrolle nicht ordnungsgemäß durchgeführt wird (§ 8 Absatz 3 SaQK).

Zuerst wird geprüft, ob der PfQK sich im letzten abgeschlossenen Dreijahreszeitraum mit 24 Unterrichtseinheiten fortgebildet hat (hier: 1.1.2014 bis 31.12.2016). Der aktuelle, noch nicht abgeschlossene Dreijahreszeitraum (hier: 1.1.2017 bis 31.12.2019) wird hilfsweise herangezogen, da der PfQK für seine Fortbildung „noch Zeit hat“.

Es wird empfohlen, den Nachweis über die Teilnahme an einer Fortbildungsveranstaltung unverzüglich nach Erhalt an die WPK (Abteilung Qualitätskontrolle) zu schicken.

Jeder PfQK kann die von ihm absolvierten und der WPK mitgeteilten Teilnahmen an Fortbildungsveranstaltungen in seinem internen Bereich innerhalb des geschützten Mitgliederbereichs der WPK-Internetseite einsehen.

Stand: 8. Juni 2017


Neuerungen bei der Registrierung nach dem APAReG

Neuerungen bei der Registrierung nach dem APAReG

  • Prüfer für Qualitätskontrolle müssen alle drei Jahre ihre Tätigkeit im Bereich der Abschlussprüfung nachweisen.
  • Kommission für Qualitätskontrolle kann Nachweise verlangen.
  • Auch inaktive Prüfer für Qualitätskontrolle müssen ihre spezielle Fortbildung nachweisen.
WP/StB/RA Prof. Dr. Jens Poll, stellvertretender Vorsitzender der Kommission für Qualitätskontrolle und Vorsitzender des Ausschusses Satzung Qualitätskontrolle der WPK

Mitglieder der WPK stellten die Frage, inwieweit die Änderungen der WPO durch das APAReG Neuerungen bei der Registrierung als Prüfer für Qualitätskontrolle gebracht haben. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Prüfer für Qualitätskontrolle künftig zwei Themen zur Aufrechterhaltung ihrer Registrierung als Prüfer für Qualitätskontrolle beachten müssen.

Tätigkeit im Bereich der Abschlussprüfung

Vor einer Registrierung als Prüfer für Qualitätskontrolle müssen WP/vBP im Bereich der gesetzlichen Abschlussprüfung tätig gewesen sein und dies bei der Antragstellung nachweisen. Nach dem neuen Recht müssen sie auch nach ihrer Registrierung als Prüfer für Qualitätskontrolle im Bereich der gesetzlichen Abschlussprüfung tätig sein. War ein Prüfer für Qualitätskontrolle in den zurückliegenden drei Jahren nicht im Bereich der gesetzlichen Abschlussprüfung tätig, muss er dies der Wirtschaftsprüferkammer anzeigen (§ 5 Abs. 2 Satz 1 Satzung für Qualitätskontrolle). Die Kommission für Qualitätskontrolle kann Nachweise über diese Tätigkeit verlangen (§ 5 Abs. 2 Satz 2 Satzung für Qualitätskontrolle).

Mit dieser neuen Registrierungsanforderung will der Gesetzgeber gewährleisten, dass als Prüfer für Qualitätskontrolle nur tätig wird, wer auch aktiv im Bereich der Abschlussprüfung tätig ist. Ist dies in den letzten drei Jahren nicht der Fall, ist die Registrierung als Prüfer für Qualitätskontrolle zu widerrufen (§ 57a Abs. 3a Satz 2 Nr. 2 WPO).

Als Tätigkeit im Bereich der Abschlussprüfung anzuerkennen sind alle mit gesetzlichen Abschlussprüfungen zusammenhängenden fachlichen Tätigkeiten (§ 1 Satz 2 Satzung für Qualitätskontrolle). Dazu gehören auch die Übernahme von Aufgaben in der auftragsbezogenen Qualitätssicherung (§ 48 Berufssatzung WP/vBP – Konsultation, Berichtskritik und auftragsbegleitende Qualitätssicherung). Es ist nicht erforderlich, dass der Prüfer für Qualitätskontrolle verantwortlich gesetzliche Abschlussprüfungen durchführt (§§ 38 Abs. 2, 46 Abs. 1 Satz 1 Berufssatzung WP/vBP).

Prüfer für Qualitätskontrolle, die in einem Dienstverhältnis stehen, sollen ihre Tätigkeit im Bereich der gesetzlichen  Abschlussprüfung durch eine Bescheinigung ihres Dienstherren nachweisen (siehe auch § 4 Abs. 2 Satzung für Qualitätskontrolle). Ist Dienstherr eine Berufsgesellschaft soll die Bescheinigung von einem Geschäftsführer oder Gesellschafter unterzeichnet sein. Sollte der Prüfer für Qualitätskontrolle keine Bescheinigung des Dienstherrn vorlegen, so hat er eine qualifizierte Eigenversicherung abzugeben. Bei Prüfern für Qualitätskontrolle, die in eigener Praxis Qualitätskontrolle abwickeln, reicht eine Eigenversicherung in einfacher Form (ohne detaillierte Angaben und Nachweise).

Spezielle Fortbildung

Bereits seit 2005 müssen als Prüfer für Qualitätskontrolle registrierte Berufsangehörige eine spezielle Fortbildung für Prüfer für Qualitätskontrolle absolvieren.

Bislang war die Erfüllung dieser Berufspflicht der Kommission für Qualitätskontrolle nur im Fall der Beauftragung mit einer Qualitätskontrolle nachzuweisen. Künftig ist diese Fortbildung von einem Prüfer für Qualitätskontrolle nicht nur bei der Beauftragung mit einer Qualitätskontrolle, sondern unabhängig von der Beauftragung mit einer Qualitätskontrolle regelmäßig, spätestens drei Jahre nach Registrierung als Prüfer für Qualitätskontrolle nachzuweisen.

Stand: 2. Dezember 2016


Registrierung auch ohne Durchführung gesetzlicher Abschlussprüfungen?

Registrierung auch ohne Durchführung gesetzlicher Abschlussprüfungen?

  • Prüfer für Qualitätskontrolle (in eigener Praxis und Berufsgesellschaften) müssen als Abschlussprüfer im Berufsregister eingetragen sein.
  • Durchführung gesetzlicher Abschussprüfungen ist keine Registrierungsvoraussetzung.
WP/StB Andreas Dörschell, Mitglied des Vorstandes und stellv. Vorsitzender des Ausschusses Satzung für Qualitätskontrolle der WPK

Die WPK wurde aus dem Kreis der Mitglieder gefragt, ob die Durchführung gesetzlicher Abschlussprüfungen nach § 316 HGB Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Registrierung als Prüfer für Qualitätskontrolle sei. Dies lässt sich wie folgt beantworten:

Voraussetzung für die Registrierung eines in eigener Praxis tätigen Berufsangehörigen oder für eine Berufsgesellschaft ist unter anderem, dass sie als gesetzlicher Abschlussprüfer in das Berufsregister eingetragen sind (§ 57a Abs. 3 Satz 3 und 4, § 38 Nr. 1h), Nr. 2f) WPO).

Als gesetzlicher Abschlussprüfer in das Berufsregister wird eingetragen, wer gesetzliche Abschlussprüfungen durchführt oder konkret beabsichtigt, diese durchzuführen (§ 57a Abs. 1 Satz 2 WPO, § 7 Abs. 1 Satz 1 SaQK). Folglich ist die Durchführung gesetzlicher Abschlussprüfungen keine zwingende Voraussetzung für die Registrierung und deren Aufrechterhaltung.

Sollte ein als Prüfer für Qualitätskontrolle registrierter Berufsangehöriger in eigener Praxis oder eine Berufsgesellschaft über einen längeren Zeitraum keine gesetzlichen Abschlussprüfungen nach § 316 HGB durchführen, müsste er allerdings nachweisen, dass unverändert die konkrete Absicht zur Abwicklung gesetzlicher Abschlussprüfungen nach § 316 HGB besteht. Ist dies nicht mehr der Fall, ist die Registrierung als Prüfer für Qualitätskontrolle zu widerrufen (§ 5 Abs. 1 Satz 1 SaQK).

Zu beachten ist zudem, dass ein als Prüfer für Qualitätskontrolle registrierter Berufsangehöriger neuerdings alle drei Jahre seine Tätigkeit im Bereich der gesetzlichen Abschlussprüfung gegenüber der WPK nachweisen muss. Bisher war dies nur im Zeitpunkt der Registrierung als Prüfer für Qualitätskontrolle erforderlich. Kann ein Prüfer für Qualitätskontrolle diese Tätigkeit nicht alle drei Jahre nachweisen, ist er von der Kommission für Qualitätskontrolle zu deregistrieren.

Stand: 2. Dezember 2016